Kreissägeblätter für Metall
Das Arbeitsprinzip der Kreissäge mit seinen rotierenden Zähnen gestattet die Bearbeitung einer sehr großen Bandbreite an Materialien. Konkret zählen alle dazu, bei denen sich durch die Abhebung von Spänen ein Materialabtrag erzielen lässt.
Metalle stellen diesbezüglich zwar keine Ausnahme dar. Durch den molekularen bzw. kristallinen Aufbau der meisten Metalle bzw. Legierungen stellen diese Werkstoffe beim Bearbeiten jedoch eine besondere Herausforderung dar.
Zwar können Kreissägen auch hierbei die passenden Maschinen sein, um Schnitte unterschiedlichster Art durchzuführen. Mindestens benötigen Sie dafür jedoch spezielle Metall-Kreissägeblätter. Denn nur diese sind hinsichtlich der Zahngeometrie oder dem Härtegrad der Zähne für die auftretenden Belastungen geeignet. Sehr häufig ist es zudem – je nach Metall und Werkstoffart – sogar nötig, zusätzlich eine spezielle Kreissäge zu verwenden. Das gilt praktisch universell, sofern nicht nur dünne Aluminiumprofile und Kupferrohre geschnitten werden. HSS-Kreissägeblätter beispielsweise können trotz passendem Außendurchmesser aufgrund einer anderen Befestigungsbohrung nicht auf Holzkreissägen montiert werden – mit voller Absicht.
In diesem Beitrag haben wir Ihnen alle relevanten Informationen zu diesem Thema zusammengestellt. Sie erfahren nicht nur, warum Metalle hinsichtlich der schneidenden Bearbeitung eine solche Herausforderung darstellen, sondern ebenso alles Wissenswerte rund um Metall-Kreissägeblätter, damit Sie stets die für Ihre Ansprüche und Schneidarbeiten bestmögliche Wahl treffen und immer ein optimales Ergebnis erzielen können.
Schneiden von Metallen – Herausforderung für Kreissägeblatt und Säge
Es gibt Kreissägeblätter für unterschiedlichste Materialien. Der hauptsächliche Grund dafür: Zwischen verschiedenen Werkstoffen bestehen teils beträchtliche Unterschiede, was a) den Widerstand gegenüber dem Schneiden, b) das Verhalten des Werkstoffs bei der Bearbeitung und c) die beim Schneiden auftretenden Nebeneffekte anbelangt.
Ein klassisches Kreissägeblatt generiert durch speziell geformte Zähne einen spanabhebenden Materialabtrag, grob vergleichbar mit einem Stechbeitel oder Hobel. Vor diesem Hintergrund stellen Metalle in ihrer gesamten Breite mit eine der herausforderndsten Schnittgutkategorien dar.
Metalle und ihre Herausforderungen aus Sicht des Schneidens
Metalle sind in all ihren Varianten sehr widerstandsfähig. Es würde an dieser Stelle zu weit führen, tief in den molekularen und kristallinen Aufbau von Metallen einzusteigen. Für die Wahl eines Kreissägeblattes genügt es, die folgenden Faktoren zu kennen:
- Duktilität: Die Eigenschaft eines Materials, sich plastisch zu verformen, bevor es zu einem Bruch kommt. Bei verschiedenen Metallen ist diese Fähigkeit sehr ausgeprägt.
- Zähigkeit: Die Fähigkeit, mechanische Energie zu absorbieren und sich dadurch plastisch zu verformen, bevor es zu einem Bruch kommt.
- Härte: Die Fähigkeit, einem eindringenden anderen Körper einen hohen Widerstand entgegenzusetzen, bevor es zu einer Verformung gleichwelcher Art kommt.
- Sprödigkeit: Das Verhalten vor und bei Brüchen bezogen auf den möglichen Grad einer vorherigen plastischen Verformung.
Diese vier (und weitere) Materialeigenschaften sind bei verschiedenen Metallen stark ausgeprägt. Sie bestimmen direkt darüber, wie einfach sich der Werkstoff mit einer Säge schneiden lässt. Denn beim Sägen wird durch eine fein abgestimmte Klingengeometrie Schicht um Schicht (oder besser: Span um Span) Material aus dem Schnittgut herausgetrennt, bis die Trennung des Werkstücks erfolgt ist.
Für Metalle sind diesbezüglich zwei Informationen wichtig:
- Praktisch alle Metalle sind, bezogen auf die genannten Materialeigenschaften, sehr bis extrem widerstandsfähig; insbesondere im Hinblick auf Härte und Zähigkeit. Nicht nur ist es deshalb mechanisch schwierig, Späne von ihnen zu lösen, sondern es entsteht dabei automatisch eine starke Reibung und entsprechend hohe Temperaturen. Diese wiederum können sowohl das Schnittgut als auch die ebenfalls aus Metall bestehenden Metall-Kreissägeblätter negativ beeinflussen. Das liegt daran, dass sich die Materialeigenschaften vieler Metalle mit steigender Temperatur erheblich verändern können.
- Es existiert bereits auf elementarer Ebene eine große Bandbreite von reinen Metallen. Zudem lassen sich durch die Mischung unterschiedlicher Metalle und anderer Elemente Legierungen herstellen (die meisten Metallprodukte bestehen aus mehr oder weniger komplexen Legierungen). Des Weiteren können die prozentualen Anteile innerhalb einer Legierung variiert werden. Nicht zuletzt lassen sich die Eigenschaften einer Legierung vielfach noch durch Wärmebehandlungen „justieren“; insbesondere hinsichtlich ihres Härtegrades und der Zähigkeit. Für das Sägen bedeutet das: Es gibt, allein auf das Material und seine Eigenschaften bezogen, unzählige Metallwerkstoffe, die sich beim Schneiden alle sehr unterschiedlich verhalten können.
Mit den jeweils passenden Metall-Kreissägeblättern können Sie eine große, aber nicht unlimitierte Bandbreite von Metallwerkstoffen jedoch mühelos durchtrennen. Da es so viele unterschiedliche Metallwerkstoffe gibt, müssen Sie hierbei genau auf die Wahl des richtigen Sägeblattes achten.
Dabei haben Sie heute einen großen Vorteil: Die Entwicklung von Metall-Kreissägeblättern ist sehr weit vorangeschritten. So finden Sie bei uns Kreissägeblätter, die für eine recht große Bandbreite an Metallwerkstoffen geeignet sind.
Metallwerkstoffe und wie sie sich beim Sägen verhalten
Die meisten Metalle, die zu Werkstücken geformt und entsprechend gesägt werden müssen, sind aufgrund ihrer Härte und Zähigkeit eher schwierig zu bearbeiten. Im Prinzip lassen sich diesbezüglich alle Metalle und daraus hergestellte Werkstücke in zwei Gruppen einteilen:
- Harte Metalle: Hier entsteht beim Schneiden zwangsläufig eine hohe Menge Reibungswärme. In erster Linie wird diese über die Späne weggeführt. Bei falschem Verhalten oder einer nicht passenden Kombination aus Sägeblatt, Umdrehung, Vorschub und ähnlichen Parametern kann das jedoch aufgrund einer zu großen Reibungshitze für einen „Funkenregen“ sorgen, weil die Späne bis zum Glühen erhitzt werden – sehr schädlich für das Kreissägeblatt. Aufgrund der Härte des Metalls ist die Belastung für die Sägezähne besonders hoch und es sind nur relativ geringe Schnittgeschwindigkeiten möglich.
- Weiche Metalle: Sie sind zwar insgesamt leichter zu schneiden. Aufgrund der Materialeigenschaften kann es hier jedoch bei falscher Vorgehensweise zu einem anderen Phänomen kommen: Die Fließgrenze wird schnell überschritten, das Metall beginnt zu „schmieren“. Es bilden sich Ablagerungen am Metall-Kreissägeblatt und sie verstopfen zudem den Spanraum zwischen den Zähnen. Dadurch wird die Reibung vergrößert, es entsteht noch mehr Wärme und der Effekt kann sich weiter verstärken.
Aus diesem Grund existieren beispielsweise Sägeblätter für Aluminium. Sie sind durch ihre spezielle Zahngeometrie oder auch Beschichtungen besonders gut für den Umgang mit dem weichen Leichtmetall geeignet. Darüber hinaus gibt es Metall-Kreissägeblätter für Stahl und Edelstahl, mit denen sich selbst derart harte Metalle leicht schneiden lassen.
Wichtige Begriffe und Abkürzungen bei Metallwerkstoffen und Kreissägeblättern
- Eisenmetalle: Alle Werkstoffe/Legierungen, bei denen Eisen den größten Materialanteil hat.
- NE-Metalle (Nichteisenmetalle): Offiziell sind dies alle Metalle bzw. Legierungen, die nicht zu Eisen und Stahl zählen. Landläufig werden damit oft jedoch nur technisch gängige Metalle/Legierungen wie insbesondere Aluminium, Kupfer, Messing, Zink und Bronze gemeint.
- HM (Hartmetall): Spezielle gesinterte Verbundwerkstoffe aus Metallen und sogenannten Hartstoffen, etwa Karbide. Hartmetall-Sägeblätter für Metall sind eine gängige Anwendung.
- HSS (Hochleistungsschnellarbeitsstahl): Ein hochlegierter Metallwerkstoff (Legierungsbestandteile außer Eisen können rund 1/3 ausmachen). Wird ebenfalls oft für Metall-Kreissägeblätter genutzt.
- Buntmetall: Eine Gruppe von NE-Metallen oberhalb der Leichtmetalle, etwa Kupfer, Nickel, Blei und Zinn. Oftmals als Legierungen wie beispielsweise Messing zu finden.
Was die Leistungsfähigkeit und Lebensdauer anbelangt, so haben HM-Kreissägeblätter typischerweise einen kleinen Vorsprung gegenüber HSS- und HSS-E-Sägeblättern. Letztere hingegen weisen eine größere Standzeit auf als solche aus herkömmlichem HSS.
Warum für Metallwerkstoffe spezielle Sägeblätter notwendig sind
Jedes Kreissägeblatt wird durch verschiedenste, variable Faktoren definiert. Hierzu zählen vor allem
- die Zahnform und -stellung,
- deren Anzahl bezogen auf den Durchmesser,
- die Härte der Zähne und Schnittflächen sowie
- die allgemeine Materialwahl.
Damit ergeben sich zahlreiche unterschiedliche Kreissägeblatt-Arten. Würde ein beliebiges Kreissägeblatt für Holz etwa zum Ablängen eines Kupferrohrs verwendet werden, wäre das Risiko sehr groß, dass das Kreissägeblatt bei mindestens einem Parameter nicht für dieses Material ausgelegt ist. Daraus können unterschiedliche Folgen resultieren:
- Das Kreissägeblatt stumpft dabei aufgrund des zu geringen Härtegrades und nicht passendem Winkel der Zähne besonders schnell ab und kann dadurch äußerst schnell unbrauchbar werden.
- Der Schnitt wird alles andere als präzise. Die Schnittkanten werden fransig, die Schnittbreite neigt zum Übermaß. Bisweilen entwickelt sich mit dem falschen Sägeblatt eine derartige Reibungswärme, dass sich das Werkstück unfreiwillig und unkontrolliert erhitzt und sich in der Folge die Materialeigenschaften verändern.
- Die Säge selbst kann überlastet werden. Vibrationen können dabei die Lager beschädigen, mitunter kann der Motor durchbrennen.
- Am Kreissägeblatt und/oder am Werkstück kann es zu Ausbrüchen kommen. Da das Kreissägeblatt mit hohem Tempo rotiert, besteht die Gefahr, dass diese Stücke wie Geschosssplitter durch die Gegend fliegen und womöglich lebensgefährliche Verletzungen hervorrufen.
Wichtig!
Es gilt daher:
- Sägen Sie Metalle grundsätzlich nur mit für Metalle freigegebenen Kreissägeblättern.
- Wählen Sie stets ein Kreissägeblatt, das (auch) für den jeweiligen Metallwerkstoff geeignet ist.
- Prüfen Sie vor Arbeitsbeginn immer anhand der Gebrauchsanweisung, ob Ihre Säge für das gewählte Metall und die Werkstoffdimensionen geeignet ist.
Metall-Kreissägeblätter: Spezialwerkzeuge für Spezialanwendungen
Vom Heimwerker, der für ein Projekt Alu-Profile zurechtschneiden möchte, bis zum metallverarbeitenden Betrieb, der jeden Tag Stahlplatten gleich meterweise verarbeitet, gibt es einen enormen Bedarf für Metall-Kreissägeblätter und entsprechende Kreissägen.
Doch welche Faktoren machen ein Kreissägeblatt tauglich, um derart herausfordernde Materialien zu durchtrennen und es dennoch auf eine lange Standzeit zu bringen? In diesem Kapitel verraten wir es Ihnen.
Was Metall-Kreissägeblätter ausmacht
Kreissägeblätter für Metall unterscheiden sich von solchen, die für Holz oder andere Werkstoffe gedacht sind durch verschiedene Faktoren. Diese machen ein Kreissägeblatt nicht nur generell „metalltauglich“, sondern bestimmen auch darüber, für welche Metalle es geeignet ist:
- Die Zahnform
Für Aluminium- und Kupferwerkstoffe kommt fast ausschließlich der sogenannte Trapez-Flachzahn zum Einsatz. Bei den für Stahl nötigen HM-Kreissägeblättern ist dagegen der Flachzahn-Wechselfase oder der Wechselzahn mit Wechselfase gängiger. Bei HSS-Kreissägeblättern kommen wieder andere Profile zum Einsatz. Stets steht dahinter das Bestreben, die Zahnbelastung weitestmöglich zu reduzieren, ohne die Schnittleistung unbotmäßig zu beeinträchtigen. - Die Zahnstellung
Sie ist häufig neutral bis leicht negativ. Die Zähne neigen sich also nicht zum Schnittgut hin. Dadurch „zieht“ sich die Kreissäge zwar weniger in das Schnittgut, dafür aber sind die Belastungen und somit die Abnutzungserscheinungen – speziell an der Zahnspitze – deutlich geringer. Bei Metallwerkstoffen, die lange Späne bilden, gibt es jedoch eine Ausnahme: Hier können auch leicht positive Zahnstellungen genutzt werden. - Die Zahnanzahl
Metallische Werkstücke sind stets eine besondere Belastung für das Kreissägeblatt. Um diese Belastung pro Zahn zu reduzieren und trotz des geringeren möglichen Vorschubs eine akzeptable Schnittleistung zu erzielen, weisen Metall-Kreissägeblätter eine hohe bis sehr hohe Zahnanzahl auf. - Die Zahngröße Damit sind die Abmessungen relativ zum Kreissägeblatt gemeint. Hier gilt grob: Je weicher das Metall, desto größer sollten die Zähne sein. In der Praxis sind insbesondere die Höhe der Zähne und die Abstände von Zahnspitze zu -spitze von Bedeutung, damit genügend Zwischenraum (der sogenannte Spanraum) verbleibt, um ein Verstopfen zu verhindern.
- Das Zahnmaterial Für Kreissägeblätter für Metalle wird fast ausschließlich Hartmetall oder HSS eingesetzt, da nur diese Materialien hart genug sind, um eine hinreichende Standzeit zu gewährleisten. Sogenannte Vollhartmetall-Kreissägeblätter bestehen in Gänze daraus, während bei herkömmlichen HM-Kreissägeblättern der Blattkörper aus einem Stahl herkömmlicher Güteklasse besteht. Bei HSS-Kreissägeblättern besteht das Blatt ebenfalls gänzlich aus HSS.
Eine Gestaltung der Sägeblätter nach diesen Gesichtspunkten erlaubt prinzipiell die Bearbeitung einer großen Bandbreite verschiedenster Metallwerkstoffe – sogar von Edelstahl. Allerdings gibt es eine Ausnahme: Metallguss. Gusswerkstoffe sind durch ihre kristalline Struktur extrem abrasiv und würden jedes Metall-Kreissägeblatt überfordern. Hierfür existieren spezielle Diamant-Trennscheiben für Guss, die extra für diese Werkstoffklasse vorgesehen sind.
Einflussfaktoren für die Schnittgenauigkeit und Lebensdauer bei Metall-Kreissägeblättern
Mit einer Kreissäge lassen sich äußerst präzise Schnitte durchführen. Doch auch bei Metallwerkstoffen kommt es hierbei auf verschiedene Faktoren an. Sie schließen sich nahtlos an die primären Eigenschaften eines Metall-Kreissägeblattes an:
- Das Sägeblatt.
Es gibt sowohl Metall-Kreissägeblätter, die nur für bestimmte Metalle optimiert sind als auch solche, die als Allround-Metallsägeblätter für eine größere Bandbreite eingesetzt werden können. Naturgemäß stellen letztere stets einen Kompromiss dar, weshalb materialspezifische Metall-Kreissägeblätter stets die besten Schnittergebnisse erzielen. - Die Schnittgeschwindigkeit
Sie muss im Vergleich zu Holzwerkstoffen um mindestens die Hälfte reduziert werden. Wie stark exakt, hängt vom jeweiligen Durchmesser ab. Dies geht entweder bei gleichbleibendem Sägeblattdurchmesser über eine reduzierte Drehzahl oder durch das Verwenden eines Kreissägeblatts mit geringerem Umfang.
Wichtig: Je härter das Metall des Werkstücks, desto niedriger muss die Drehzahl sein.
- Der Vorschub Er sollte mindestens 1/1.000 der Schnittgeschwindigkeit in Meter pro Minute betragen. Dreht das Kreissägeblatt beispielsweise mit 4.000 Umdrehungen pro Minute, sollte der Vorschub 4 Meter pro Minute betragen.
- Die Zahnanzahl
Sie wird absichtlich ein weiteres Mal genannt. Denn je höher der Wert ist, desto höher wird die Schnittgüte, wenngleich die Bearbeitungsgeschwindigkeit dann noch weiter reduziert werden muss. - Die Spanabfuhr Der Aufbau der Metall-Kreissägeblätter und die Sägetechnik sorgen für viele, recht feine Späne. Diese sind aufgrund der Metallwerkstoffe sehr heiß und scharfkantig. Je schneller und umfassender sie abgeführt werden, desto geringer wird nicht nur die Wärmebelastung, auch die Schnittgüte wird erhöht.
- Die Sägeblattkühlung Metall-Kreissägeblätter sind zwar für hohe Temperaturen konzipiert. Dennoch ist es sinnvoll, für zusätzliche Kühlung zu sorgen. Bei Maschinen ohne Flüssigkeitskühlung (etwa die sogenannten Drycutter) empfiehlt es sich daher, das Blatt in regelmäßigen Abständen mit Schneidfett zu bestreichen; insbesondere bei weichen Metallen. Das verhindert zusätzlich ein Zusetzen der Spanräume, sorgt aber ebenso für ein Verklumpen der Späne. Die Spanabfuhr muss deshalb noch umfassender beachtet werden.
Die Vorteile von Metall-Kreissägeblättern gegenüber dem Trennen per Winkelschleifer
Für verschiedene Schritte bei der Metallbearbeitung kann ein Winkelschleifer eingesetzt werden. Tatsächlich ist dieses Werkzeug nicht zuletzt deshalb eine naheliegende Wahl für das Schneiden von Metall, weil es hierfür sehr schmale Trennscheiben für verschiedene Metallwerkstoffe gibt.
Dennoch gibt es gute Gründe, Metalle alternativ mit einer Kreissäge zu durchtrennen:
- Die Kreissäge (ungeachtet ihrer exakten Bauform) ermöglicht selbst ungeübten Handwerkern deutlich präzisere Schnitte. Mitunter müssen die Schnittkanten anschließend nicht nachgearbeitet werden. Dazu trägt nicht zuletzt die im Vergleich zu (dünnen) Trennscheiben ungleich größere Steifigkeit von Metall-Kreissägeblättern bei.
- Insbesondere kleine Winkelschleifer mit Scheiben im Bereich von 115 und 125 mm bringen es im Betrieb auf hohe Drehzahlen jenseits der 12.000 Umdrehungen pro Minute. Durch den geringen Scheibenumfang entsteht somit oft bedeutend mehr Reibung und Wärme als bei einem Metall-Kreissägeblatt. Letzteres ist also typischerweise schonender für das Werkstück.
- Bei korrekter Vorgehensweise entstehen bei der Arbeit mit der Kreissäge praktisch keine Funken, weil die Späne größer sind und nicht auf eine derartig hohe Temperatur gebracht werden. Das ist nicht zuletzt hinsichtlich der Feuerempfindlichkeit am Arbeitsort ein Vorteil.
- Ungleich zur typischen Metall-Trennscheiben entsteht beim Sägen kein nennenswerter Abrieb abseits der Späne. Es ist daher bei der Arbeit kein Atemschutz nötig und in geschlossenen Räumen entstehen zudem keine Ablagerungen, wie sie bei Trennscheiben üblicherweise auftreten. Da bei Kreissägeblättern überdies keine Kunstharzbindung abschmilzt, kommt es im Betrieb zu keinerlei Geruchsbelästigung.
- Aufgrund ihrer Konstruktion nutzen sich viele typische Metall-Trennscheiben im Betrieb ab, wodurch ihr Durchmesser immer geringer wird. Das wird dann problematisch, wenn deswegen keine ausreichende Schnitttiefe ohne Werkzeugwechsel mehr möglich ist. Metall-Kreissägeblätter hingegen behalten einen gleichbleibenden Durchmesser/Umfang bei.
Keine Frage, Winkelschleifer und Metall-Trennscheiben haben eine sehr große Daseinsberechtigung. Aber der große Erfolg dieser Kombination bedeutet keinesfalls, sie wäre für jede Schnittsituation in Metall stets die „beste“ Wahl.
Die Anwendungsbereiche für Metall-Kreissägeblätter
Bei der Bearbeitung von Holz kann eine Kreissäge mitunter ausnehmend dicke Werkstücke durchtrennen. Geht es um Metall – ungeachtet der Kreissäge-Bauart – sprechen wir durch die Bank weg von deutlich dünneren Werkstücken. Zu den typischen Werkstücken zählen etwa Rohre und Profile, aber auch dünne Bleche, darunter nicht zuletzt Sandwich-Materialien, wie sie für Fassadenverkleidungen und Dacheindeckungen verwendet werden. Damit allerdings wird ein äußerst breites Feld möglicher Schnittgüter angesprochen, wodurch Kreissägen für Metall äußerst universelle Maschinen sind.
Insbesondere aufgrund der bei korrekter Abstimmung zwischen Kreissägeblatt und Schnittgut sehr hohen Standzeit können Metall-Kreissägeblätter und entsprechende Kreissägen deshalb für handwerkliche Betriebe eine sehr ökonomische Option sein.
Metall-Kreissägeblätter finden, Metall-Kreissägeblätter einsetzen
Was Sie zum Finden des für Ihre Ansprüche passenden Metall-Kreissägeblattes wissen müssen und wie Sie das Werkzeug und die dazugehörige Maschine in der Praxis einsetzen können, erfahren Sie hier.
Kreissägen für die Metallbearbeitung
Theoretisch erlauben es Kreissägen jeder Form, ein Metall-Kreissägeblatt einzusetzen, sofern dieses hinsichtlich seines Außendurchmessers, der Blattdicke und dem Durchmesser der Aufnahmebohrung passt.
Praktisch hingegen lassen sich Metalle bauartbedingt tendenziell am besten mit (Metall-) Kappsäge, Drycutter sowie Handkreis- und Tauchsäge bearbeiten. Für eine Handkreissäge etwa gibt es passende Metallsägeblätter für Handkreissägen mit meist kleinerem Durchmesser.
Jedoch ist eines zu beachten: Viele Kreissägen weisen eine zu hohe Drehzahl auf, um Metall-Kreissägeblätter sinnvoll einsetzen zu können. Je nach Anforderungen und Häufigkeit der Metallbearbeitung haben Sie daher drei Optionen:
- Drehzahlregulierer nutzen: Ein solches Gerät lässt sich zwischenschalten und gestattet es, die Drehzahl einer Kreissäge (oder einer anderen Maschine) zu regulieren. Der Drehzahlregulierer kann allerdings nicht bei Maschinen mit Kondensatormotoren oder mit Steuerungselektronik genutzt werden.
- Kreissäge mit justierbarer Drehzahl nutzen: Vor allem im höherpreisigen Segment gibt es diese Option bei einigen Geräten.
- Spezielle Metallkreissäge benutzen: Hierunter fallen spezielle Rohrsägen ebenso wie Drycutter und vergleichbare Kappsägen. Im Profibereich, wo dauerhaft große Mengen geschnitten werden müssen, sind zudem Kreissägen mit Kühlsystemen erhältlich.
Je eher Ihre Kreissäge hinsichtlich der Ausrichtung in den Hobbybereich tendiert, desto mehr Vorsicht ist notwendig:
- möglichst auf NE-Metalle und höchstens sehr dünne Stahlbleche beschränken
- äußerst langsam schneiden und Pausen zur Kühlung einplanen
Diese Maßnahmen dienen sowohl dem Schutz der Metall-Kreissägeblätter als auch der Schonung Ihrer Kreissäge.
Wichtig!
Schneiden Sie niemals Eisenmetalle mit Kreissägen, bei denen sich die Drehzahl nicht regulieren lässt. Justieren Sie zudem die Drehzahl auf einen geringeren als den darauf angegebenen Maximalwert, um eine möglichst lange Standzeit des Sägeblattes zu erreichen.
Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Kreissäge Metalle bearbeiten kann, sollten Sie unbedingt niemals pauschal davon ausgehen. Konsultieren Sie stets die Bedienungsanleitung oder wenden Sie sich gleich an den Händler oder Hersteller Ihrer Maschine. Nicht zuletzt, damit im Schadfall Ihre Garantieansprüche nicht erlöschen.
Das passende Metall-Kreissägeblatt finden
Wenn beispielsweise Leichtmetall bearbeitet werden soll, ist dafür ein Sägeblatt für Aluminium notwendig. Generell ist die Art des Metallwerkstoffs die wichtigste Kenngröße, die darüber bestimmt, welches Kreissägeblatt Sie benötigen. Aus diesem Grund ist unsere Metall-Kreissägeblätter-Kategorie nach Materialien geordnet.
Allerdings ist das nicht der einzige Faktor, den Sie berücksichtigen müssen:
- Außendurchmesser, Bohrungsdurchmesser, Stammblattdicke und Zahndicke müssen für Ihre Kreissäge passen. All diese Informationen finden Sie typischerweise in der Betriebsanleitung.
- Die Zahnanzahl hinsichtlich der Materialstärke, die Sie schneiden möchten.
- Die Art Ihrer Kreissäge. Spezielle GF-Rohrsägen für Stahlrohre etwa benötigen ebenso spezielle Metall-Kreissägeblätter.
- Die Art des Metalls, das geschnitten werden soll.
- Der Zahnabstand, also der Abstand von Zahnspitze zu Zahnspitze, im Zusammenspiel mit den restlichen Variablen.
Diesen Zahnabstand können Sie mit einem Messschieber herausfinden. Die sicherste Methode ist jedoch das Berechnen. Dazu benötigen Sie die Zahnanzahl und den Außendurchmesser Ihres Metall-Kreissägeblattes. Diese beiden Angaben finden sich stets auf dem Stammblatt. Die Formel lautet:
Durchmesser (mm) * 3.14) / Zahnanzahl
Arbeiten mit Metall-Kreissägeblättern
Wenn Sie das Metall-Kreissägeblatt sorgfältig ausgewählt und montiert haben und außerdem die Drehzahl entsprechend einregulieren, dann gibt es beim Sägen von Metallen prinzipiell nichts zu befürchten – und ebenso nicht viel anders zu machen als Sie es von Holz oder ähnlichen Werkstoffen gewöhnt sind.
Aufgrund der Zahnstellung sollte die Säge immer vorsichtig ins Material geführt werden. Das ist der erste kritische Punkt, an dem das Sägeblatt überlastet werden kann. Sofern es möglich ist, sollten Sie daher an einem dem Werkstück 1:1 entsprechenden Abfallstück einen Test durchführen und sich die entstehenden Späne anschauen:
- Späne sind sehr fein, geradezu pulverig: zu geringer Vorschub, keine Gefahr, aber unnötig lange Bearbeitungsdauer.
- Späne sind dick, klumpig und/oder verfärbt: zu hoher Vorschub, Sägeblatt und/oder Kreissäge können beschädigt werden
- Späne sind dünne „Metallschnipsel“ oder (bei dickerem Schnittgut) gar federnde „Locken“: ideale Vorschubgeschwindigkeit
Achten Sie zudem darauf, nur möglichst kurz zu sägen, besonders bei Kreissägen, die nicht primär für die Metallbearbeitung gedacht sind. Geben Sie dadurch dem Metall-Kreissägeblatt ausreichend Zeit zur Kühlung. Nutzen Sie die Zeit, um das Blatt auf Ablagerungen zu prüfen, eventuell frisches Fett zu applizieren und/oder sich ansammelnde Späne zu entfernen.
Sorgen Sie stets für eine gute Fixierung des Werkstücks und eine stabile Unterlage. Je dünner das metallische Werkstück ausfällt, desto mehr sollte es außerhalb des Schnittbereichs vollflächig unterstützt werden, damit es durch die einwirkenden Kräfte nicht zu Verformungen kommt.
Zudem gilt beim Sägen von Metallen stets:
- Arbeiten Sie niemals ohne eine rundherum anliegende Schutzbrille oder ein Vollvisier. Das gilt selbst beim Einsatz einer Absauganlage. Herumfliegende Metallsplitter sind nicht nur heiß, sondern können schwerste Augenverletzungen hervorrufen.
- Tragen Sie hochgeschlossene Kleidung. In den geöffneten Kragen fliegende, heiße Metallspäne können sonst unfreiwillige und mitunter lebensgefährliche Körperbewegungen auslösen.
- Alle Metalle leiten Wärme sehr gut. Daher strahlt die Reibungshitze im Bereich des Schnitts rasch auf den Rest des Werkstücks aus. Je dünner, desto schneller und stärker. Fassen Sie das Werkstück deshalb während dem Sägen und in den Minuten danach niemals mit bloßen Händen an. Gleiches gilt für das Metall-Kreissägeblatt.
Metall-Kreissägeblätter: Verschleiß erkennen, pflegen und austauschen
Selbst beim korrekten Sägen von Metall entstehen hohe Belastungen für das Material. Deshalb stumpfen selbst die besten Metall-Kreissägeblätter mit der Zeit ab. Außerdem verlangt eine solche Belastung nach einer angemessenen Pflege. In diesem finalen Kapitel erfahren Sie deshalb die wichtigsten Kniffe rund um dieses wichtige Themengebiet.
Verschleiß und Nachschärfen bei Metall-Kreissägeblättern
Aufgrund der starken Zahnbelastung werden beim Schneiden von Metall die exakten und dadurch scharfen Winkel an der Spitze der Sägezähne immer stärker abgerundet. In der Folge leidet das Schnittverhalten. Sofern Sie an Material, Schnittgeschwindigkeit, Vorschub und ähnlichen Parametern nichts ändern, drückt sich dies folgendermaßen aus:
- Die Späne werden immer feiner und schließlich sogar regelrecht mehlig, ohne dass jedoch der Vorschub verringert wurde.
- Die Schnittkanten im Werkstück werden unsauberer.
- Es dauert, bei ansonsten gleichbleibenden Parametern, immer länger, um einen Schnitt durchzuführen.
- Oft vibriert die Säge stärker oder handhabt sich anderweitig „unruhig“.
- Das Sägegeräusch wird lauter, kreischender.
Die gute Nachricht: Metall-Kreissägeblätter lassen sich ungeachtet ihrer Bauweise oder Materialzusammensetzung ebenso schärfen wie die meisten anderen Sägeblätter.
Die schlechte Nachricht: Mit dem Schärfen allein ist es nicht getan. Es müssen mindestens alle Sägezähne auf eine gleiche Höhe abgerichtet werden, mitunter sind zusätzlich noch Fasen nachzuschleifen und andere Faktoren der Zahngeometrie aufzuarbeiten. Händisch ist das nicht mit der nötigen Wiederholgenauigkeit bei allen Zähnen zu bewerkstelligen.
Aus diesem Grund empfehlen wir dringend, ein solches Kreissägeblatt ungeachtet seiner Bauweise stets vom Fachmann schärfen zu lassen – egal ob Sie Heimwerker oder Profi sind.
Metall-Kreissägeblätter reinigen und pflegen
Gerade beim Sägen von Metall können Späne und andere metallische Reste ein Kreissägeblatt ebenfalls abstumpfen – neben den allgemeinen Belastungen für ein nicht ordnungsgemäß behandeltes Präzisionsprodukt aus Stahl.
Nach getaner Arbeit sollten Sie deshalb folgendermaßen vorgehen:
- Lassen Sie das Sägeblatt für mindestens 15 Minuten in Ruhe, damit es vollständig auskühlen kann.
- Sofern das Kreissägeblatt nicht für einen baldigen Einsatz in der Maschine verbleiben soll, bauen Sie es (bei gezogenem Netzstecker oder entferntem Akku) aus. Wenn Ihre Kreissäge einen Verriegelungsmechanismus hat, dann nutzen Sie ihn. Alternativ können Sie für diesen Schritt zwischen Säge und Blatt einen festen Kunststoffkeil klemmen.
- Entfernen Sie etwaige Metallablagerungen vorsichtig mit einem Werkzeug, das weicher ist als das Sägeblatt.
- Benetzen Sie das Kreissägeblatt mit einem säurefreien Öl. Zudem können Sie es in ein ebenso getränktes, atmungsaktives Tuch einschlagen.
- Lagern Sie mehrere Blätter an einem trockenen Ort und mit mindestens einem Fingerbreit Abstand dazwischen, damit Luft zirkulieren kann.
Wenn Sie anschließend die Kreissäge reinigen, sollten Sie auf den Einsatz von Druckluft verzichten, damit die Späne nicht wieder beschleunigt werden. Ebenso sollten Sie genutzte Pinsel oder Handfeger nur für die Säge nutzen, weil sich feinste Metallspäne darin verfangen und andere Materialien beschädigen können.
Tipp!
Haben Sie Eisenmetalle geschnitten, dann kann ein Magnet gute Dienste dabei leisten, verklemmte oder anderweitig hartnäckige Metallspäne zu entfernen.